Anton Wacharowitsch schluckte leer. Er betrachtete den Mann vor sich und die Waffe in seiner Hand. Er hatte vieles erwartet, unter anderem, dass er durch eine Waffe sterben würde, aber das hier hatte er nicht erwartet. Der Man mit der Waffe kam nicht um ihn zu töten, sondern um ihn zu retten. Zumindest behauptete er dies. Dort stand er, unscheinbar, mit einem gewissen Schalk in den Augen, hinter dem sich ein tiefer, dunkler Abgrund verbarg.
„Herr Wacharowitsch,“ sagte der Mann, der sich als Andrej vorgestellt hatte. „Ich würde gerne weiter hier stehen und die Luft vor mir betrachten, aber ich fürchte, wenn wir das tun, dann wird ebendiese Luft mit Kugeln gefüllt werden.“
Anton betrachtete ihn verwirrt und der Mann fuhr fort. „Ich müsste sie nicht beschützen, wenn es nicht jemanden gäbe der sie umbringen möchte.“ Andrej wandte sich zum Fenster. „Und glauben sie mir, es gibt nicht vieles, dass mir Angst einjagt, aber jene die sie jagen, bereiten mir Unbehagen zu. Ausserdem kommen sie.“
Anton sprang hoch und ging hinüber zum Fenster. Die Strasse hochfahrend, sah er mehrere Wagen, welche auf das Haus zu rasten. Sie waren nur noch wenige Minuten entfernt. Anton wandte sich wieder an Andrej. Der Mann war vor wenigen Minuten aufgetaucht, hatte erzählt, dass er hier sei um ihn zu beschützen, hatte ihm nahegelegt zu fliehen. Andrej bewegte sich zur Rückseite des Hauses und meinte, ohne sich umzuwenden: „Wenn Sie leben wollen, folgen Sie mir.“ Er ging weiter auf die Tür der Rückseite zu.
Anton schaute erneut nach draussen, dann wandte er sich um und rannte zu seinem Tisch. Dort packte er seinen Laptop und stopfte ihn in eine Tasche. Dann nahm er noch seine Jacke auf und rannte ebenfalls zur Rückseite. Andrej warf einen kurzen Blick auf die Tasche, dann schielte er durch das Fenster. Vor ihnen tat sich ein grosser Wald auf. Andrej seufzte und meinte: „Ich öffne die Türe und sie rennen sogleich in Richtung der Bäume los. Falls sie Schüsse hören, werfen sie sich flach auf den Boden. Ich bin direkt hinter ihnen.“ Anton schaute zu Andrej, als dieser dann die Hand auf die Türklinke legte, schulterte Anton seine Tasche um, richtete die feine Brille und machte sich bereit. „Glauben Sie wirklich, dass es im Wald Tiere mit Pistolen gibt?“ wollte er von Andrej wissen. Dieser blickte ihm in die Augen und lächelte. Dann öffnete er die Tür und Anton rannte so schnell er konnte los.
Er rannte leicht im Zickzack, immer wieder schielte er hoch zu den Bäumen, wartete darauf, einen Schuss zu hören. Doch ausser dem Zwitschern von Vögeln konnte er keinen Laut ausmachen. Er erreichte die ersten Bäume und warf sich gegen einen besonders dicken Stamm. Schweratmend blickte er zurück zum Haus. Mittlerweile trafen die Fahrzeuge im Hof ein. Sofort rappelte sich Anton hoch und schaute sich um, doch er konnte Andrej nicht entdecken. Er begann den Baum zu umrunden und sein Gesicht wandte sich in den Wald hinein. Doch Augenblicklich harrte er inne, denn vor ihm sah er drei Gestalten, die in einer Reihe hintereinander auf ihn zukamen. Jeder hatte eine Waffe in der Hand und der vorderste hatte ihn bereits entdeckt. Verwirrt blickte er hinüber zu Anton und so langsam begann sich ein Grinsen auf seinen Lippen zu zeichnen. Anton sah, wie der Mann langsam die Waffe in seine Richtung hob, doch er war unfähig sich zu rühren. Er würde die tödlichen Schüsse aus dem Lauf ohne Regung über sich ergehen lassen, unfähig sich zu rühren vor lauter Angst.
Doch dann geschah etwas Seltsames. Zuerst zuckte der hinterste Mann und sackte zusammen. Noch bevor er den Boden berührt hatte, durchfuhr auch den zweiten Mann ein leichtes Zucken und der Körper fiel in sich zusammen und während der erste seinen Kopf dreht um zu schauen, was hinter ihm geschah, sackte auch sein eigener Körper zusammen. Anton betrachtete das Bild verwirrt, als er die Stimme Andrejs neben sich vernahm. „Kommen Sie!“ Der Mann stand unweit von ihm zwischen zwei Bäumen, mit seiner Pistole zielte er noch in Richtung der drei Männer. Vorne am Lauf, das konnte Anton gut ausmachen, war ein Schalldämpfer aufgesetzt. Andrej rannte sogleich geradewegs auf die drei Körper zu und Anton tat es ihm gleich. Sie erreichten die Leichen und Anton erstarrte für einen Augenblick. Es war kein Blut zu sehen, da die Kleidung dunkel war. Aber die Augen von einem der Männer waren noch offen und starrten geradewegs hoch in den Himmel. Anton hatte zuvor schon tote gesehen, aber nie solche die kurz zuvor noch lebendig vor ihm gestanden hatten. Andrej durchsuchte eine der Leichen und fand auch ein Funkgerät, welches er sofort einsteckte. Dann blickte er nochmals zurück zum Haus. Auch Anton wandte sich um, doch ausser dem Dach der Dacia konnte er nichts ausmachen.
„Weiter!“ befahl Andrej und rannte dicht gefolgt von Anton in den Wald hienein.
Es schien Anton wie eine Ewigkeit des Rennens. Andrej hielt ein hohes Tempo ein. Es war nicht ein Spurt aber ein schnelles Laufen. Andrej rannte zwischen Anhöhen hindurch, wenn es sich nicht vermeiden liess, erklommen sie einen Hang um dann auf der anderen Seite rasch wieder in Deckung zu geraten. Zweimal hielt er auf einmal inne und bedeutete Anton still zu sein. Dann horchte er. Auch Anton lauschte, doch ausser seiner Atmung und dem eigenen Herzschlag konnte er nichts ausmachen. Ihm fiel auf, dass Andrej nicht sonderlich schwer atmete. Anton war eigentlich gut in Form er ging sicherlich einmal pro Woche joggen, aber Andrej schien die Ausdauer eines Profis zu haben. Beim zweiten Halt deutete Andrej ihm sich nicht zu rühren, während der Mann mit der Pistole einen Abhang erklomm und in die Richtung zurück schaute, aus der sich gekommen waren. Er blieb einige Minuten regungslos in Deckung, bevor er zu Anton zurückkehrte.
„Wir scheinen sie abgehängt zu haben.“ Meinte Andrej mit ruhiger Stimme. Dann nahm er das Funkgerät hervor und schaltete es ein. Er hielt es sich vor den Mund und sagte: „Hallo. Hört mich jemand?“
Es gab ein kurzes Knacken und dann meldete sich eine Stimme: „Jemand hört dich. Wolk.“
Andrej lächelte und erwiderte: „Es freut mich, dass du mich erkennst. Obwohl wir uns nur einmal begegnet sind.“
„Nun ja, als ich die Männer in der Bar besuchte, war mir klar, dass nur du sie so zurichten konntest.“ Entgegnete die Stimme am andere Funkgerät. Anton fand, dass sie etwas gereizt klang. „Hör zu, ich bin eigentlich nicht so gerne im Wald, aber wir wissen nun beide, dass wir nicht weit voneinander entfernt sind. Weshalb tötest du also den Journalisten nicht einfach und wir gehen beide wieder gemütlich zurück in die Stadt?“
„Ach, mir gefällt es im Wald. Wölfe fühlen sich hier eigentlich ganz wohl.“ Entgegnete Andrej verschmitzt. „Ausserdem habe ich gefallen daran gefunden dich zu ärgern.“
Es blieb einen Augenblick still, schliesslich antwortete die Stimme: „Es freut mich, dass du das ganze als Spiel siehst. Dann werde ich dir jetzt folgendes sagen. Wenn ich zurück bin in der Stadt, werde ich alles daran setzen den grossen bösen Wolf zu finden und zu töten.“
Nun schwieg Andrej einen Augenblick und Anton sah, wie sein Gesicht etwas ernster wurde. „Es gibt viele Wölfe in der Stadt.“ Darauf machte er das Funkgerät wieder aus. „Wir müssen weiter.“ Sagte er zu Anton und dieser fragte: „Wieso wissen wir, dass er nicht weit entfernt ist?“
Andrej hob das Funkgerät in die Höhe. „Die Dinger haben nur eine kurze Reichweite. Ich wollte eigentlich nur testen, ob sie uns folgen und das tun sie scheinbar. Aber ich glaube nicht, dass sie so schnell sind wie wir. Zum Glück sind Sie fitt.“ Darauf ging es in hohem Tempo weiter.
Nach einer Weile erreichten sie einen Fluss, welcher sich quer durch den Wald schlängelte. Die Sonne war mittlerweile beinahe verschwunden und es wurde ziemlich dunkel im Wald. Die beiden Männer mussten immer mehr aufpassen um nicht über eine Wurzel oder einen Stein zu stolpern.
„Wir bleiben in der Nähe des Flusses, hier ist es noch am hellsten.“ Meinte Andrej und folgte dem Lauf. „Ausserdem gelangen wir so direkt in die Stadt.“
„Sie wollen zu Fuss bis in die Stadt?!“ rief Anton entsetzt aus.
„Natürlich.“ Erwiderte Andrej und wandte sich mit skeptischem Blick dem Mann zu. „Ausser Sie wissen einen besseren Weg?“
„Sind Sie auch zu Fuss zur Dacia gelangt?“
„Nein, natürlich nicht. Ich habe einen Wagen gestohlen. Aber wahrscheinlich hat D’javol den gefunden.“
Nun hielt Anton erstarrt inne und Andrej wandte sich fragend um.
„Das war D’javol am Funkgerät? Die rechte Hand Staris?“ fragte er mit zitternder Stimme. Andrej nickte. Anton blies laut Luft aus und meinte: „Das man gerade ihn nach mir schicken würde, hatte ich nicht erwartet.“ Er musterte Andrej kurz, dann fragte er. „Und Sie sind Wolk?“
Andrej lächelte erfreut. „Sie haben von mir gehört?“
Anton nickte. „Ja, der Mann der den Bluthund tötete. Der Mann, der auch für den einfachen Mann arbeitet. Manche halten Sie für eine urbane Legende, andere für einen neuen Robin Hood.“
„Robin Hood?! Pah. Ich habe noch nie Geld den armen gegeben.“ Erwiderte Andrej und schien dabei leicht beleidigt. „Aber ja, jeder kann mich engagieren.“
„Und wer hat Sie engagiert um mich zu retten?“ wollte Anton wissen.
„Na Sie.“ Erwiderte Andrej und grinste wieder, als er Antons verdutztes Gesicht sah. „Keine Angst, ich bin nicht so teuer.“ Er deutete dem Mann, dass sie weiter laufen mussten, doch er schlug nun nicht mehr ein so schnelles Tempo ein. „Ich glaube nicht, dass D’javol so lange weitersuchen wird. Er ist kein Waldmensch.“
Einige Minuten gingen sie schweigend weiter, bis Andrej schliesslich fragte: „Weshalb will der Innenminister Ihren Tod? Weil Sie beweisen können, dass sein Sohn die Prostituierte umgebracht hat?“
„Ich kann es nicht beweisen.“ Antwortete Anton und Andrej entging nicht, dass sich der Tonfall des Mannes verdüsterte. „Ich hatte am besagten Abend ein Treffen mit Anna, so war der Name der Prostituierten, vereinbart. Wir wollten uns beim Parkplatz in der Nähe des Stadions treffen. Zu Annas Kundschaft gehörte der Sohn des Innenministers. Er ist ein verzogener Bengel, der arrogant und sehr dumm ist. Er hat Anna immer von den grossen Dingen der Politik erzählt, hat ihr gezeigt was sein Vater und dessen Clique alles taten.“ Anton lachte freudlos. „Er hat ihr ganze Computerdateien gezeigt. Ich nehme an er dachte, dass Anna ein einfältiges Kind war, dass sie damit nichts anfangen konnte. Aber so war Anna nicht. Ich habe sie für eine Reportage mehrere Male getroffen. Sie kommt vom Land, einem kleinen Dorf in den Bergen. Es ist immer dasselbe, sie war arm, sehr arm sogar. Um ihre Eltern zu unterstützen ging sie in die nächst grössere Ortschaft und suchte Arbeit. Dort geriet sie aber an die falschen Leute. Diese verschleppten sie hierher. Zwangen sie ihren Körper zu verkaufen, drohten sie und ihre Familie zu töten. Bis sie glaubten, dass Anna gebrochen war. Vielleicht war sie das auch. Wie kann eine kaum zwanzig jährige diesen Druck auch ertragen? Doch dann hat sie die Daten gesehen und sie wusste von mir, von meinen Artikeln. Sie hat mir einige Daten zugesandt und wollte wissen, ob diese echt waren. Sie waren es. In ihrer Verzweiflung hat sie versucht den Sohn zu erpressen und um sich abzusichern, hat sie mich gebeten bei der Geldübergabe dabei zu sein. Ich nehme an dass der Sohn alleine gehandelt hat, ohne seinen Vater über die Umstände zu informieren. Er hat sie mit seinem eigenen Auto überfahren. Zweimal ist er über ihren Körper gefahren. Viele Obdachlose und ich haben es aus der Ferne gesehen. Dann düste er davon, um nach wenigen hundert Metern in einen Pfosten zu fahren. Sein Flucht ging zu Fuss weiter, ohne dass wir ihn hatten einholen können. Ich hatte mir gedacht, dass die Männer bald darauf herausfinden würden, dass Anna mit mir in Kontakt war und dass sie mich jagen würden.“
„Was waren das für Daten?“ wollte Andrej wissen, der vor Anton herging.
„Zahlen.“ Entgegnete Anton. „Zahlen die beweisen, dass die Regierung den Gasnotstand mit Absicht herbeigeführt hat um die Preise in die Höhe zu treiben.“
Nun hielt Andrej inne und wandte leicht den Kopf. „Absicht?“
Anton nickte. „Ja, sie haben Statistiken gefälscht, Förderdaten verändert und dadurch einen Engpass an Gas suggeriert. Die Ölmultis machen ähnliches seit Jahren, behaupten es hat zu wenig und treiben dadurch den Preis in die Höhe. Die Regierung hat dasselbe hier gemacht, aber um den Notstand zu untermauern, haben sie dafür gesorgt, dass es für die Leute im Land während des Winters kaum Gas gab. Aber das ist nur der Anfang. Über den Sommer werden die Händler sich beruhigen, da nicht mehr so viel Gas benötigt wird, der Preis wird leicht sinken. Im nächsten Winter werden sie nochmals das gleiche tun, aber die Gaszufuhr bereits Anfang des Winters drosseln um so einen noch höheren Preis zu erzielen. Die Leute werden den ganzen Winter frieren.“
Andrej ging nun neben Anton und meinte: „Der hohe Gaspreis hat dazu geführt, dass weniger Lebensmittel eingeführt werden konnten, dass eigentlich alles im Land teurer wurde.“
Anton nickte: „Die gesamte Wirtschaft ist von diesen Lieferungen abhängig. Stockt das Gas, dann stockt alles. Aber natürlich trifft es besonders die Armen und die untere Mittelschicht. Die Reichen haben noch genug. Aber wenn das nächsten Winter wieder so kommt, dann wird das ganze Land betroffen sein.“
„Das wird einen grossen Konflikt hervorrufen. Wie will die Regierung dem entgegnen?“ fragte Andrej.
„Juri Miedovan der Leiter von Petrongas wird als Retter auftreten und die benötigten Mengen einführen. Natürlich zu einem hohen Preis, aber doch genug, damit der grösste Schaden verhindert werden kann.“ Erklärte Anton zornig. „Er steckt mit dem Präsidenten und der ganzen Regierungsclique unter einer Decke. Diesen Männern ist es egal, wie viele leiden werden, so lange sie Profit machen.“
„Und Anna hatte die Beweise dafür?“
„Ja, sie hat mir alles berichtet, so wie es der Sohn des Innenministers ihr erzählt hatte. Aber ich habe nur einen Teil der Daten. Ich kann nur beweisen, dass Petrongas viel Geld verdient durch den Gasmangel. Aber es reicht nicht um den Rest der Geschichte zu beweisen.“
„Aber Anna hatte die Daten?“ wollte Andrej wissen.
„Ja, aber ich nehme an, dass die Männer sie bereits geholt haben.“ Meinte Anton niedergeschlagen. „Ich habe Anna gesagt, dass diese Daten sie retten könnten. Sie hat auf meinen Rat hin alles gestohlen. Ich habe ihr noch gesagt, dass sie die Leute nicht erpressen sollte, dass durch das Geld des Artikels ihre Freiheit ebenfalls gesichert war. Aber sie konnte nicht warten. Sie hatte Angst, dass der Funke Hoffnung, welcher ich geweckt hatte, wieder erlöschen würde. Ich bin schuld an ihrem Tod.“
„Niemand ist frei von Schuld auf dieser Welt.“ Meinte Andrej ernst. „Aber wenn wir am Ende jene zu Fall bringen, welche diesen Sumpf am meisten tragen, dann wird ihr Tod wenigstens etwas genutzt haben.“
„Wie?“ wollte Anton wissen. „Wie sollen wir was bewegen? Es ist die Regierung und ausserdem haben sie den Teufel noch auf ihrer Seite.“
Andrej grinste und meinte: „Aber wir haben den grossen bösen Wolf und wenn ich jage, dann erwische ich meine Beute.“
In diesem Augenblick hörten sie ein Rascheln in der Nähe. Sofort richtete Andrej seine Waffe in die Richtung aus der das Geräusch kam. Aus dem Unterholz rannte ein Hase davon. Anton atmete erleichtert aus, erschrak dann aber, als Andrej zwei Mal auf das Tier feuerte. Er traf nicht.
Unzufrieden runzelte Andrej die Stirn, seine Augen zusammengekniffen, schaute er auf die Stelle an welcher er das Kaninchen zuletzt gesehen hatte. „Wirklich sauschnell die Viecher.“ Meinte er zu sich selbst und als er Antons Gesichtsausdruck sah, meinte er noch. „Sagen Sie ihr bloss nicht, dass ich das gesagt habe.“
„Wem?“ wollte Anton wissen.
Doch Andrej antwortete nicht.
„Nimmt Sie das was ich Ihnen gerade erzählt habe nicht mit?“ wollte Anton wissen.
Andrej antwortete ohne inne zu halten: „Wenn Sie die Geschichte mit dem Gas meinen, dann ja. Schliesslich hatte ich diesen Winter auch kalt und musste auf mein Fleisch verzichten, weil es so teuer wurde. Wenn Sie die Geschichte Ihrer Freundin meinen, dann nein. Ich vergiesse keine Tränen für gefallene Engel, ich räche sie. Die Tränen überlasse ich den Müttern und Vätern dieser Welt. Ich bin kein Engel, ich bin kein Robin Hood und ich bin kein Heiliger. In dieser Welt kann nichts Reines das Böse besiegen, denn dadurch wird es automatisch befleckt. Darum tue ich dass was die guten Menschen nicht tun können, ich töte jene die die Engel zu Fall bringen, damit die Tränen der Mütter rein bleiben können.“ Er hielt kurz inne, dann sagte er noch. „Die Toten haben uns zurückgelassen und um dieses Erbe sollten wir uns kümmern. Wenn wir fertig sind, dann können Sie sich um ihr Andenken kümmern.“